Darm mit Charme - Bucheinblicke
WISSEN & BÜCHERIMMUNSYSTEM
Giulia Enders ist Medizinerin und hat mit einem Vortrag über den Darm mehrere Science Slams gewonnen. In ihrem Buch „Darm mit Charme“ erzählt sie locker und mit vielen Zeichnungen, wie die Verdauung funktioniert, vom ersten Bissen bis zu den Mikroben im Darm.




Bucheinblicke - "Darm mit Charme"


Die Autorin
Giulia Enders wurde 1990 in Mannheim geboren. Sie hat Medizin in Frankfurt studiert und ihre Doktorarbeit am Institut für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Goethe-Universität geschrieben. Dort ging es um ein Bakterium, das in Krankenhäusern eine Rolle spielt. Bekannt wurde sie aber durch etwas ganz anderes: durch einen Bühnenvortrag. Er hieß „Darm mit Charme“ und dauerte nur wenige Minuten.
Die Geschichte zum Buch
2012 trat Enders bei einem Science Slam auf. Das ist ein Wettbewerb, bei dem junge Forscherinnen und Forscher ihr Thema in wenigen Minuten für ein Publikum erklären, möglichst unterhaltsam. Enders sprach über den Darm, ein Thema, über das man sonst eher schweigt. Sie gewann in Freiburg, Berlin und Karlsruhe. Aus dem Vortrag wurde ein Buch, das 2014 im Ullstein Verlag erschien. Die Zeichnungen stammen von ihrer Schwester Jill. Schon wenige Monate später meldete der Verlag eine halbe Million verkaufte Exemplare. Das Buch wurde in viele Sprachen übersetzt. 2016 erhielt Enders einen Preis für Wissenschaftskommunikation. Das ist eine schöne Geschichte über ein Thema, das lange zuvor als unangenehm galt.
Worum es im Buch geht
Der Weg der Speisen und Getränke beginnt im Mund. Viele wissen beispielsweise nicht, dass der Körper schon beim Anblick und Duft des Essens anfängt, sich darauf vorzubereiten. Das Kapitel dazu heißt „Essen ist fertig“. Genau hier beginnt auch unser Beitrag [„Wer sagt der Leber, was sie tun soll?“ - in dem wir ein Butterbrot auf seiner Reise begleiten.
Enders führt danach in unterhaltsamer Weise durch die Speiseröhre und den Magen („Runter und drunter und drüber“) und durch Dünn- und Dickdarm („Durch dick und dünn“). Schließlich berichtet sie, dass der Darm ein eigenes Nervensystem hat, das vieles selbstständig regelt, die Darmbewohner, auch als Mikroben bekannt, lebensnotwendig sind, und im Darm ein großer Teil des Immunsystems sitzt. Weiter geht’s mit der erstaunlichen Erkenntnis, dass der Darm und das Gehirn miteinander reden, wirft einen kritischen Blick auf übertriebene Sauberkeit, sowie ihren möglichen Einfluss auf das Immunsystem und erklärt, was etwa bei Verstopfung oder bei Allergien und Unverträglichkeiten im Darm passiert.
Unser abschließender Kommentar
Ein wirklich besonderes und lesenswertes Buch, das beweist, dass man lachen, wie auch lernen kann und zwar über den Darm. Es erzählt bildhaft, humorvoll und ohne Fachchinesisch, auch wenn es 2014 erschienen ist und die Forschung seither weitergegangen ist, ist es ein guter Einstieg für alle, die bisher nie die Gelegenheit hatten, über ihre Verdauung nachzudenken und was dabei in unserem Körper passiert. Im Positiven, wie auch Negativen, es zahlt sich wirklich aus, etwas mehr darüber zu erfahren.
Die Rente al dente Redaktion
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