Die stille Macht der Mikroben
WISSEN & BÜCHERIMMUNSYSTEM
Alanna Collen ist eine britische Biologin und Wissenschaftsjournalistin. In ihrem Buch erzählt sie, über „die Macht der Mikroben“, über ihre persönliche Erfahrung, nach einer langwierigen Krankheit und ebenso darüber, wie der Darm mit Hilfe von Ernährung und anderen Mitteln wieder "aufgeforstet" werden kann.




Bucheinblicke - "Die stille Macht der Mikroben"


Die persönliche Geschichte hinter dem Buch
Es beginnt mit einer Krankheit. Collen war als Praktikantin im Regenwald von Malaysia und wurde dort schwer krank. Es dauerte Jahre, bis die Ärzte die Ursache fanden. Eine lange Behandlung mit Antibiotika, heilte zwar die Infektion, das war die gute Nachricht, sie hinterließ aber auch eine gestörte Darmflora. Allergien, Hautprobleme und ein empfindlicher Darm. Collen wollte wissen, warum. Sie ließ ihre Darmbakterien untersuchen. Das Ergebnis: Ihre Darmflora war viel reduzierter und schwächer als bei anderen Menschen. Da packte sie die Neugier, und aus der Patientin wurde eine Spurensucherin. Eine Betroffene, die als Biologin die Wissenschaft hinter ihrem eigenen Fall untersuchte. Genau das macht das Buch so persönlich.
Worum es im Buch geht
Collen beschreibt sechs Gedanken, die sich durch das Buch ziehen.
Wir sind keine Einzelwesen. Collen sieht den Körper als Lebensgemeinschaft. Sie ging davon aus, dass in uns zehnmal so viele Bakterien leben wie eigene Zellen. Das hat man 2016 nachgezählt, es sind ungefähr gleich viele. Der Gedanke bleibt: Wir wohnen nicht allein.
Die Bakterien reden mit. Sie wirken nicht nur bei der Verdauung. Collen beschreibt Zusammenhänge mit dem Immunsystem, dem Stoffwechsel, dem Gewicht und sogar mit der Stimmung. Bei vielen davon ist noch offen, ob die Bakterien die Ursache sind oder nur ein Begleiter.
Moderne Krankheiten. Allergien, Autoimmunerkrankungen, starkes Übergewicht und Depressionen werden mit einer verarmten Darmflora in Verbindung gebracht. In Verbindung gebracht heißt: Man sieht beides gemeinsam.
Unsere Lebensweise. Collen nennt viele Antibiotika, stark verarbeitetes Essen, künstliche Zusatzstoffe und übertriebene Sauberkeit. Antibiotika sind dabei ein Segen, wenn man sie braucht, und kein Feind. Bei den Zusatzstoffen gibt es bisher vor allem Tierversuche.
Der Start ins Leben. Das Fundament entsteht in den ersten Jahren. Collen spricht sich für eine natürliche Geburt und langes Stillen aus.
Wir haben es meist in unserer Hand. Die Gene suchen wir uns nicht aus, aber unsere Bakterien können wir beeinflussen. Vor allem mit Ballaststoffen. Das sind die Fasern in Vollkornbrot, Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen und in Gemüse, von denen sich die nützlichen Bakterien ernähren.
Unser persönlicher Kommentar
Wir haben dieses Buch mit Begeisterung gelesen: Es war so spannend wie ein Krimi und erklärt die Macht der Mikroben aus verschiedensten Blickwinkeln. Spätere Forschung, etwa von Emeran Mayer oder von Erica und Justin Sonnenburg, bestätigen und erweitern sogr viele ihrer Gedanken. Zu beachten: Das Buch erschien 2015 und ist eine absolute Leseempfehlung für alle, die einmal verstehen möchten, was in ihrem Bauch vor sich geht und welche Rolle dabei die Mikroben spielen. Die Rente al dente Redaktion
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