Ein Gespräch über die Macht der Gedanken

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Ein Gespräch - über die Macht der Gedanken

Kurzfassung - ein Gespräch über die Macht der Gedanken

Hannelore und Gerhard sitzen auf einer Parkbank in der Nachmittagssonne. Gerhard ist ungewöhnlich still. Auf Hannelores Nachfrage gibt er zu, dass sich sein Gedankenkarussell dreht: die kleinen Wehwehchen, die Sorgen um die Kinder, die Frage, was noch kommt. Manchmal habe er das Gefühl, in diesen Gedanken zu versinken.

Hannelore kennt das auch und erzählt von einem Artikel über die „Biologie der Gedanken". Ein Satz sei ihr besonders im Kopf geblieben: „Logik sei so ziemlich das Letzte, womit sich das Gehirn beschäftigt – es rechne nicht, es will sich wohlfühlen.“ Gerhard erkennt sich darin wider, obwohl in negativer Form: Seit er in Pension ist, scheint sich sein Kopf neue Probleme zu suchen, und wenn keine da sind, macht er welche.

Genau das sei der Kern, sagt Hannelore. Jedes Mal, wenn wir Sorgen durchkauen, verstärken wir den Denkweg im Gehirn. Die Kunst ist nicht, Sorgen zu wälzen, sondern auszusteigen. Der erste Schritt: sie bemerken und sich fragen: „Helfen sie mir – oder ziehen sie mich nur herunter?“ Es sei also eine Entscheidung, welchem Gedanken er folgt? fragt Gerhard überrascht. Hannelore bestätigt das. Am Anfang ist es etwas ungewohnt, weil uns die Sorgen so vertraut sind, dass wir sie für normal halten. Gerhard nimmt sich vor, sich künftig öfter zu fragen, was ihm eigentlich guttut, ein Stück Freiheit oder seinem Kopf beim Sorgenmachen zuzuhören und sich von Zweifeln kommandieren zu lassen

Buchtipp

neue Gedanken - neues Gehirn

Die zentralen Erkenntnisse aus dem Artikel

Gedanken bahnen Wege. Wie ein Trampelpfad über eine Wiese wird ein Denkweg umso breiter und fester, je öfter man ihn geht. Aus wiederholten Gedanken werden Denkgewohnheiten, aus Denkgewohnheiten regelrechte Schnellstraßen, die das Gehirn automatisch wählt.

Schnell heißt nicht hilfreich. Genau diese eingefahrenen Wege sorgen dafür, dass man ohne Umweg wieder bei denselben Sorgen landet. Sind sie anfangs „nur“ eine Belastung, können sie dich mit der Zeit überhäufen.

Das Gehirn steigt nicht von allein aus. Da es meist auf Gefahrensuche ist, springt es umso schneller auf Sorgenthemen an – auch ohne Anlass. Den Ausstieg aus diesem Karussell muss man bewusst einleiten.

Veränderung ist immer möglich, in jedem Alter. Muster sind vielleicht über Jahrzehnte entstanden, aber sie sind nicht in Stein gemeißelt. Das Gehirn bleibt - wissenschaftlich belegt - das Leben lang veränderungsfähig.

Das RAS entscheidet, was Sie überhaupt bemerken. Das retikuläre Aktivierungssystem arbeitet wie ein Türsteher und lässt Sie wahrnehmen und erkennen, worauf Ihre Aufmerksamkeit gerade gerichtet ist. Wer ein bestimmtes Auto kaufen will, sieht es überall –wer sich mit einem Problem beschäftigt, sieht überall Belege dafür.

Nicht verdrängen, eher wieviel Zeit Sie dafür aufwenden. Probleme zu ignorieren ist nicht gemeint. Entscheidend ist, wie viel Zeit Sie dem widmen, was Ihnen guttut, und wie viel dem, was Ihnen fehlt oder scheinbar Angst macht.

Dankbarkeit ist ein wirksamer Filter. Wer täglich gezielt nach etwas Ausschau hält, wofür er dankbar sein kann, baut diesen Weg im Gehirn aus – und findet mit der Zeit mehr davon. Das ist kein positives Denken, sondern eine kluge Ausrichtung.

Kleine Erfolge und Gehirnapplaus. Bei einem gelungenen Vorhaben und einem anerkennenden eigenen (inneren) Lob wird Dopamin ausgeschüttet – eine Art innerer Applaus. Das stärkt Wohlgefühl und Selbstwert und motiviert das Gehirn, weiterzumachen. So erklärt sich, warum Erfolgserlebnisse in schwierigen Phasen neue Zuversicht schenken.

beitragende Wissenschaftlerinnen

Susan Greenfield, britische Neurowissenschaftlerin, liefert den Satz, der den ganzen Artikel trägt: „Logik ist so ziemlich das Letzte, womit sich unser Gehirn beschäftigt; es rechnet nicht, es will sich wohlfühlen." Ihre Arbeit macht verständlich, warum unser Denken keinem Rechenwerk folgt, sondern biologischen Bedürfnissen – und warum wir dieses Wissen praktisch nutzen können.

Alia Crum, Psychologin und Forscherin an der Stanford University, untersucht, wie die persönliche Einstellung – das sogenannte Mindset – auf Verhalten, Lebensqualität und Gesundheit wirkt. Ihre Ergebnisse gelten als besonders bemerkenswert, weil sie zeigen, dass die Erwartungshaltung nicht nur die Stimmung beeinflusst, sondern bis in körperliche Vorgänge hineinreicht.

Im Hintergrund steht außerdem die Erkenntnis der Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Nutzung umzubauen. Sie ist der wissenschaftliche Grund dafür, dass der Satz „Dafür bin ich zu alt" hier nicht gilt.

praktische Beispiele für den Alltag

Mit Gedanken sein Wohlbefinden lenken

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