Kurzprofile von Wissenschaftler:innen

Who is Who?

A - Z

Bagley Sharon

Sharon Begley (14. Juni 1956 – 16. Januar 2021) war eine amerikanische Journalistin, die während ihres Studiums Artikel für das Yale Scientific Magazine verfasste. Sie veröffentlichte Kolumnen und Artikel in mehreren Mainstream-Publikationen zu wissenschaftlichen Themen. Begley war auch Autor, zu ihren Themen gehörten die Neuroplastizität des Gehirns, Fragen des Wissenschaftsjournalismus und Bildung.

Bucheinblicke

Sharon Bagley in Beiträgen

Bargh John

Prof. Dr. John Bargh, Jahrgang 1955, ist ein weltweit renommierter, preisgekrönter Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet. Barghs Fokus liegt auf der Erforschung von automatischen und unbewussten Prozessen, die Menschen beeinflussen, und beinhaltet Fragen zum freien Willen. Er wurde u.a. mit dem Max-Planck-Forschungspreis ausgezeichnet.

Bucheinblicke

„Vor dem Denken: Wie das Unbewusste uns steuert.“ - John Bargh

Berk Lee

Dr. Lee Berk ist ein amerikanischer Präventivmediziner und Psychoneuroimmunologe. Er ist für seine bahnbrechende Forschung über die organischen und körperlichen Auswirkungen von Lachen bekannt. An der Loma Linda University in Kalifornien hat er maßgeblich dazu beigetragen, die wissenschaftliche Grundlage für das Sprichwort "Lachen ist die beste Medizin" zu schaffen.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

"Vergnügtes Lachen" (mirthful Laughter): Berk prägte diesen Begriff, um die Art von Lachen zu beschreiben, die positive gesundheitliche Effekte hat. Seine Forschung untersuchte die messbaren körperlichen Veränderungen während und nach dem Lachen zu untersuchen.

Reduzierung von Stresshormonen: Seine Studien zeigen, dass Lachen Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Dopamin im Blut signifikant senkt. Dies hilft auch, die Auswirkungen von chronischem Stress zu mildern.

Stärkung des Immunsystems: Berk wies nach, dass Lachen die Anzahl von natürlichen Killerzellen (einer Art weißer Blutkörperchen, die Tumorzellen und Viren bekämpfen) und die Produktion von Antikörpern erhöht. Lachen stärkt aktiv das Immunsystem.

Freisetzung von Endorphinen: Ähnlich wie bei einem Training führt Lachen zur Ausschüttung von Endorphinen. Diese wirken schmerzlindernd und erzeugen ein Gefühl des Wohlbefindens.

Berk Lee in Beiträgen

Boal Augusto

Augusto Boal (*1931 † 2009 Rio de Janeiro, Brasilien) wer ein brasilianischer Regisseur, Theaterautor und Theaterpädagoge. Augusto Boals revolutionäre Theaterarbeit ist stark geprägt von den Überlegungen Paulo Freires.Boals „Theater der Unterdrückten“ kann somit als eine Umsetzung von Freires „Pädagogik der Unterdrückten“ mittels der Methode des Theaters gesehen werden.

Boal war Entwickler der Theaterformen – „Theater der Unterdrückten“, „Forumtheater“, „Legislatives Theater, sowie des „Regenbogens der Wünsche“. Boal dessen Vorbild u.a. Bertolt Brecht oder Konstantin Stanislawski waren, ging es um eine Veränderung der Realität durch Theater, um Lösungen sozialer Probleme und eine Demokratisierung Er gilt als bedeutender Theaterpädagoge.

Collen Alanna

Alanna Collen ist eine britische Biologin mit einem Doktortitel in Evolutionsbiologie und Zoologie vom University College London und einem Master-Abschluss in Biologie vom Imperial College London.Sie arbeitet heute als Wissenschaftsautorin. Mit dem Thema Mikroben beschäftigte sie sich nicht nur im Rahmen ihrer Doktorarbeit, sondern sie war auch persönlich damit konfrontiert, als sie sich wegen einer Tropenkrankheit einer Langzeit-Antibiotika-Behandlung unterziehen musste. Die Autorin lebt in Bedfordhire/England.

Forschungsschwerpunkte und wichtigste Erkenntnisse:

Collens Arbeit konzentriert sich auf das menschliche Mikrobiom und dessen tiefgreifenden Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Verhalten. Ihre zentrale These ist, dass viele moderne Zivilisationskrankheiten – von Allergien und Autoimmunerkrankungen bis hin zu Fettleibigkeit und psychischen Störungen – mit einem gestörten oder verarmten Mikrobiom zusammenhängen.

Ihre Forschung beleuchtet, wie moderne Lebensgewohnheiten, insbesondere der übermäßige Einsatz von Antibiotika, industriell verarbeitete Lebensmittel und ein Mangel an Ballaststoffen, die Vielfalt und das Gleichgewicht unserer Darmbakterien stören und negativ beeinflussen.

A. Collen in Beiträgen

Cousins Norman

Norman Cousins (1915–1990) war ein amerikanischer politischer Journalist, Autor und Professor, der weltweite Bekanntheit für seine außergewöhnliche Geschichte der Selbstheilung erlangte. In den 1960er Jahren wurde bei ihm eine schwere und schmerzhafte Form von Spondylitis (eine degenerative Kollagenkrankheit) diagnostiziert, die ihm nur geringe Überlebenschancen einräumte.

Anstatt die konventionelle Behandlung hinzunehmen, glaubte er, dass negative Emotionen zu seiner Krankheit geführt hatten und dass positive Emotionen den gegenteiligen Effekt haben könnten. Mit Zustimmung seiner Ärzte verließ er das Krankenhaus und zog in ein Hotelzimmer, wo er sich Komödien (wie "Candid Camera" und Filmen der Marx Brothers) ansah und dem Lesen von humorvollen Büchern widmete.

Er dokumentierte, dass 10 Minuten herzhaftes Lachen ihm zwei Stunden schmerzfreien Schlaf ermöglichten, obwohl die Schmerzen seiner Krankheit äußerst hoch waren. Ergänzt wurde seine Therapie durch hohe Dosen Vitamin C. Überraschenderweise erholte er sich fast vollständig von seiner Krankheit.

Seine Erfahrungen veröffentlichte er 1979 in seinem Bestseller "Der Arzt in uns selbst“, Dieses Buch machte ihn zu einem Pionier der Idee, dass Geist und Körper eng miteinander verbunden sind und dass Humor, Hoffnung und positive Einstellungen eine entscheidende Rolle im Heilungsprozess spielen können..

N. Cousins in Beiträgen

Damasio Antonio

António Rosa Damásio (* 25. Februar 1944 in Lissabon) ist ein portugiesisch-US-amerikanischer Neurowissenschaftler, der für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Emotionen, Entscheidungsfindung und der Neurobiologie des menschlichen Verhaltens bekannt ist. Er ist einer der führenden Wissenschaftler im Bereich der Bewusstseinsforschung, sowie Professor of Neuroscience, Psychology, and Philosophy und Direktor des Brain and Creativity Institute an der University of Southern California. Für seine international bekannte Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet.

Wissenschaftliche Arbeit - Intelligenz beruht nicht nur auf Informationsverarbeitung, dafür ist ein lebender und fühlender Körper erforderlich, der seine Umwelt mit Emotionen und Gefühlen wahrnimmt. Entgegen Descartes, der in seiner Theorie das Gehirn als oberste Instanz sah - "ich denke, also bin ich" – Körper und Geist aber als getrennt betrachtete, erkannte Damasio, dass wir ohne Gefühle keine intuitiven, lebensfördernde Entscheidungen treffen könnten. Dafür braucht es Geist (Verstand) und Körper (Gefühle). Zentrale Aussage: "Ich fühle, also bin ich".

Damasio in Beiträgen

Davidson Richard

Richard Davidson ist ein renommierter amerikanischer Psychologe und Neurowissenschaftler, sowie Professor für Psychologie und Psychiatrie an der University of Wisconsin–Madison. Er ist Gründer und Leiter des Center for Healthy Minds. Davidson ist eine Schlüsselfigur in der Erforschung der neuronalen Grundlagen von Emotionen und bekannt für seine wegweisende Arbeit über die Auswirkungen von Meditation auf das Gehirn.

Richard Davidsons Arbeit hat entscheidend dazu beigetragen, innere Stille, geistige Einkehr aus der Esoterik zu holen und als wirksames Werkzeug für die psychische Gesundheit im wissenschaftlichen Mainstream zu verankerrn.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Affektive Neurowissenschaft: Davidson ist einer der Pioniere der die Mechanismen von Emotionen und Stimmungen im Gehiirn untersucht.

Rolle des präfrontalen Kortex: Seine Studien zeigten, dass eine erhöhte Aktivität im linken Stirnhirn mit positiven Emotionen und Wohlbefinden zusammenhängt, während eine erhöhte Aktivität im rechten präfrontalen Kortex (Stirnhirn) eher mit negativen Emotionen und Depressionen in Verbindung stehen.

Neuroplastizität und Meditation: Seine Forschung hat maßgeblich gezeigt, dass das Gehirn durch mentales Training, insbesondere durch Meditation und Achtsamkeit, verändert werden kann. Er konnte nachweisen, dass das Üben von Achtsamkeit, eine erhöhte Aktivität in Gehirnbereichen zeigt, die mit positiven Emotionen und emotionaler Regulierung in Verbindung stehen.

R. Davidson in Beiträgen

Descartes Rene

Der französische Philosoph René Descartes (* 31. März 1596 in La Haye en Touraine; † 11. Februar 1650 in Stockholm) glaubte, dass das Gehirn als oberste Instanz den Körper steuert. Er vertrat die Theorie von Leib und Seele als getrennten Einheiten. Ziel seiner wissenschaftlichen Annahme oder Vermutung war es, alles aus der Kraft der Vernunft heraus zu begreifen. So prägte er, wie bis heute über Geist und Körper gedacht wird/wurde (siehe Antonio Damasio). Sein bekanntester philosophischer Ausspruch lautet „Cogito, ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“).

Feldman Barrett Lisa

Lisa Feldman Barrett ist eine amerikanische Professorin für Psychologie an der Northeastern University, die für ihre bahnbrechende Forschung über Emotionen bekannt ist. Sie hat eine Anstellungen an der Harvard Medical School und am Massachusetts General Hospital.

Ihre Arbeit stellt die klassische Ansicht in Frage, dass Emotionen angeborene, universelle Reaktionen sind, die in bestimmten Gehirnregionen ausgelöst werden. Sie argumentiert, dass Gefühle von unserem Gehirn in Echtzeit „konstruiert“ werden, basierend auf unseren Erfahrungen, unserer Kultur und den Signalen aus dem Körper.

Für ihre Forschung hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim-Stipendium, und sie gehört zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern weltweit. Ihre Arbeit hat nicht nur die Psychologie und Neurowissenschaften, sondern auch Bereiche wie Recht und Medizin maßgeblich beeinflusst.

Kurzfassung des Buches "How Emotions Are Made" (deutsch: "Wie Gefühle gemacht werden") In diesem Buch stellt Barrett die traditionelle Sicht auf Gefühle radikal in Frage. Sie sind das Ergebnis der Zusammenarbeit des gesamten Gehirns, das versucht, Sinn aus dem zu machen, was gerade passiert. Das Gehirn macht ständig Vorhersagen über die Welt und Ihren Körper. Um Körperempfindungen zu deuten, verwendet Ihr Gehirn "Konzepte". Diese Erkenntnis hat weitreichende Folgen für unser Verständnis von psychischer Gesundheit, sozialer Interaktion und emotionaler Intelligenz

Bucheinblick

"Wie Gefühle entstehen" von Lisa Feldman Barrett

Feldman Barrett in Beiträgen

Fredrickson Barbara

Dr. Barbara L. Fredrickson ist eine amerikanische Professorin für Psychologie an der University of North Carolina at Chapel Hill. Sie ist eine der führenden und einflussreichsten Forscherinnen im Bereich der Positiven Psychologie und bekannt für ihre bahnbrechende Arbeit über die Bedeutung positiver Emotionen.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Dr. Fredricksons wichtigster Beitrag ist die Erweitern-und-Aufbauen-Theorie Theorie ("Broaden-and-Build"). Diese Theorie revolutionierte das Verständnis von Emotionen, die bis dahin primär in Form von Überlebensreaktionen (wie Angst oder Wut) betrachtet wurden.

Ihre zentralen Erkenntnisse sind:

Die Funktion positiver Gefühle: Im Gegensatz zu negativen Emotionen, die unser Denk- und Handlungsrepertoire auf spezifische Überlebensreaktionen verengen (z. B. Kampf oder Flucht), haben positive Emotionen (wie Freude, Dankbarkeit, Interesse, Liebe) eine erweiternde Funktion.

Die Aufwärtsspirale: Gute Gefühle schaffen eine Aufwärtsspirale. Das Erleben von Freude macht uns offener, was dazu führt, dass wir neue Erfahrungen machen, die wiederum positive Emotionen erzeugen. Dieser Prozess baut nachhaltig Wohlbefinden und Resilienz auf.

Das Positivitäts-Verhältnis : Fredricksons Forschung legt nahe, dass ein Verhältnis von etwa drei positiven Emotionen zu einer negativen Emotion ein kritischer Wendepunkt ist. Menschen, die dieses Verhältnis erreichen oder übertreffen, neigen dazu, aufzublühen ("flourishing"), während Menschen unter diesem Verhältnis eher Schwierigkeiten haben ("languishing").

Zusammenfassend hat Barbara Fredrickson die wissenschaftliche Bedeutung von Freude, Gück oder positiven Gefühlen neu definiert. Sie zeigte, dass diese Emotionen nicht nur angenehme, sondern evolutionär wertvolle Anlagen sind, die uns helfen, zu wachsen, zu lernen und langfristig zu entwickeln.

B, Fredrickson in Beiträgen

Frey William

Professor William Frey, Gründer des Instituts für Humorforschung (auch Gelotologie genannt) an der Stanford Universität in Kalifornien, sowie sein eigenes Institut für Humorforschung, um die körperlichen und psychischen Auswirkungen des Lachens wissenschaftlich zu untersuchen. Auslöser für seine ersten Studien war der Erfolg seines Freundes Norman Cousins, der eine schwere Krankheit (Spondylathritis – siehe Cousins) überlebte. Cousins Prozess wurde von Dr. William Frey begleitet, der im Anschluss begann, die Auswirkungen von Lachen wissenschaftlich zu untersuchen. Die Forschungen von William Frey zeigen, dass wenn wir lachen, die Zahl der sogenannten Killerzellen, die zu den weißen Blutkörperchen gehören und etwa Viruserkrankungen bekämpfen, signifikant ansteigen. Damit inspirierte er weitere Wisssenschaftsbereiche und trug maßgeblich zur Entstehung der Psychoneuroimmunologie bei, dem Forschungsfeld, das die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem untersucht,

W. Frey in Beiträgen

Greenfield Susanne

Susan Greenfield ist eine britische Neurowissenschaftlerin, Autorin und Kommentatorin. Sie ist bekannt für ihre Forschung über die Auswirkungen moderner Technologien auf das Gehirn und ihre populärwissenschaftlichen Bücher und Vorträge.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Bewusstsein und Gehirn: Greenfield hat sich mit der Natur von Bewusstsein und den neuronalen Grundlagen von Geist und Gehirn auseinandergesetzt. Sie ist der Ansicht, dass Bewusstsein ein Phänomen ist, was durch die Vernetzung von Neuronen im Gehirn entsteht und sich ständig verändert.

Auswirkungen digitaler Technologien: Zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf den Auswirkungen digitaler Technologien (Internet, sozialen Medien), auf die Entwicklung des Gehirns, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Sie erklärte, dass eine übermäßige Nutzung dieser Technologien zu Aufmerksamkeitsstörungen oder -defiziten, einer verminderten Empathiefähigkeit und oberflächlicheren Denkweise führen.

Parkinson- und Alzheimer-Forschung: In ihrer früheren Forschung konzentrierte sie sich auf die Neuropathologie von neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer.

Susan Greenfield war die erste Frau, die die Fullerian Professorship an der Royal Institution innehatte und war Direktorin des Royal Institution of Great Britain. Sie ist eine prominente Stimme in der öffentlichen Debatte über Wissenschaft und Gesellschaft.

S. Greenfield in Beiträgen

Hasler Gregor

ist ein Schweizer Psychiater, Psychotherapeut und Professor für Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist Chefarzt und ärztlicher Direktor am Zentrum für Psychotherapie der Universität Bern und hat eine Professur an der Universität Fribourg. Hasler ist bekannt für seine Forschung in den Bereichen Depression, Stress, Resilienz und den Einfluss der Ernährung auf die Psyche.

Wichtige Arbeiten und Erkenntnisse:

Resilienzforschung: Ein zentraler Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Frage, was Menschen psychisch widerstandsfähig (resilient) macht. Er erforscht die neurobiologischen, psychologischen und sozialen Faktoren, die zur Widerstandsfähigkeit beitragen, und wie diese gestärkt werden können.

Ernährung und psychische Gesundheit ("Brain Food"): Er ist einer der führenden Experten im deutschsprachigen Raum für den Zusammenhang zwischen Ernährung und psychischer Gesundheit. Seine Forschung befasst sich, wie bestimmte Nährstoffe (z.B. Omega-3-Fettsäuren), die Darm-Hirn-Achse und das Mikrobiom für psychische Erkrankungen beeinflussen.

G. Hasler in Beiträgen

Hebb Donald

Donald Hebb (1904–1985) war ein kanadischer Psychologe und gilt als einer der Väter der Neuropsychologie. Er ist also nicht mehr unter uns, aber seine Ideen sind lebendiger denn je. Den größten Teil seiner einflussreichen Karriere verbrachte er an der McGill University in Montreal, wo er als Professor für Psychologie lehrte und die Forschung maßgeblich prägte.

Kennst du den Spruch „Was zusammen feuert, wirkt zusammen“? Donald Hebb hat herausgefunden, dass Nervenzellen im Gehirn, die gleichzeitig aktiv sind, in Verbindung stehen und zueinander stärken, je öfter wir an etwas (ähnliches) denken. Das ist die Grundlage dafür, wie wir lernen, uns an Dinge erinnern und Gewohnheiten entwickeln.

  • Wichtigste Erkenntnis: Die „Hebbsche Lernregel“, die erklärt, wie neuronale Netzwerke im Gehirn durch Erfahrung geformt werden.

  • Bekanntestes Buch: „The Organization of Behavior“.

D. Hebb in Beiträgen

Henderson Julie

Dr. Julie Henderson (1941–2023) war eine amerikanische Psychologin, Körpertherapeutin, Autorin und die Begründerin der Zapchen Somatics. Sie widmete ihr Leben der Erforschung der tiefen Verbindung zwischen Körper, Geist und Bewusstsein und entwickelte eine einzigartige Methode, die altes östliches Wissen mit moderner westlicher Wissenschaft verbindet, um Wohlbefinden und Selbstheilung zu fördern.

Ihre Arbeit ist geprägt von der angeborenen Weisheit des Körpers und dass Gesundheit und Freude unser natürlicher Zustand sind, zu dem wir jederzeit zurückfinden können.

Zapchen Somatics

Die Entstehung von Zapchen Somatics ist keine Erfindung, sondern das Ergebnis einer Zusammenführung aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, Kulturen und persönlichen Erfahrungen. Hier werden drei davon benannt

Akademischer Hintergrund: Sie promovierte in Psychologie und war in der westlichen Psychotherapie und den somatischen (körperorientierten) Ansätzen verwurzelt. Sie verstand die Mechanismen von Trauma, Stress und deren Auswirkungen auf das Nervensystem aus wissenschaftlicher Sicht.

Tibetischer Buddhismus: Ein entscheidender Einfluss war ihre langjährige Praxis und Studium des tibetischen Buddhismus, insbesondere der Dzogchen-Tradition. Es geht nicht darum, etwas Neues zu erschaffen, sondern darum, das zu erkennen und freizulegen, was bereits da ist. Der Name "Zapchen" selbst ist ein tibetisches Wort, das als "kreatives Spiel" übersetzt werden kann. Dies spiegelt den spielerischen, nicht-wertenden und mühelosen Ansatz der Methode wider.

Klinische Praxis: Über Jahrzehnte arbeitete sie mit Klienten und beobachtete, wie der Körper auf Stress, Trauma und Freude reagiert. Sie erkannte, dass traditionelle "Gesprächstherapien" den Körper und seine darin verankerten Muster vernachlässigen. Sie suchte nach Wegen, direkt mit dem Nervensystem zu kommunizieren

Bucheinblicke

Embodying & Well-Beeing von Julie Henderson

J. Henderson in Beiträgen

Hufnagl Bernd

Barbara Lee Fredrickson (* 15. Juni 1964) ist eine US-amerikanische Psychologin. Professorin für Psychologie an der University of North Carolina at Chapel Hill und leitende Wissenschaftlerin am Positive Emotions and Psychophysiology Lab (PEPLab) dieser

Hüther Gerald

Prof. Dr. Gerald Hüther ist ein deutscher Neurobiologe, Autor und einer der profiliertesten Kritiker des aktuellen Bildungssystems. Er ist bekannt dafür, komplexe neurowissenschaftliche Erkenntnisse auf verständliche und lebensnahe Weise zu vermitteln, insbesondere in den Bereichen Lernen, Erziehung und menschliche Potenzialentfaltung.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Hüthers Arbeit konzentriert sich auf die Frage, wie das Gehirn durch Erfahrungen geformt wird und unter welchen Bedingungen Menschen ihre Fähigkeiten und Potenzial entfalten können.

zentrale Thesen sind:

  • Potenziale statt Ressourcen: Hüther argumentiert, dass der Mensch von Natur aus darauf ausgelegt ist, seine Fähigkeiten und Potenziale zu entfalten. Er kritisiert eine Gesellschaft, die Menschen oft als "Ressourcen" betrachtet, die für bestimmte Zwecke optimiert werden sollen. Wahre Entwicklung entsteht aus innerem Antrieb, nicht durch äußeren Druck.

  • Begeisterung ist Dünger für das Gehirn: Dies ist seine bekannteste Metapher. Hüther erklärt, dass Lernen und Bildung am besten dann stattfinden, wenn wir mit Begeisterung bei der Sache sind. Wenn wir etwas mit Freude tun, werden im Gehirn Botenstoffe ausgeschüttet, die das Wachsen von Nervenverbindungen fördern. Reines Auswendiglernen ist ineffizient und nicht nachhaltig.

  • Emotionale Sicherheit und Bindung: Das menschliche Gehirn ist ein „Sozialorgan“. Die grundlegendsten Bedürfnisse sind Verbundenheit und Zugehörigkeit. Fühlen sich Kinder (und auch Erwachsene) sicher und wertgeschätzt, können sie ihre angeborene Neugier und ihr Gestaltungspotenzial frei entfalten. Angst, Druck oder soziale Ausgrenzung blockieren hingegen die Lernfähigkeit und Kreativität.

Zusammengefasst: Gerald Hüther nützt die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung nutzt, um für einen Wandel in Erziehung, Bildung und gesellschaftlichen Miteinander einzutreten. Sein Anliegen ist die Schaffung von Bedingungen, unter denen jeder Mensch seine angeborenen Fähigkeiten und Potenziale frei und mit Freude entfalten kann.

G. Hüther in Beiträgen

Kahneman Daniel

Daniel Kahneman (1934–2024) war ein israelisch-amerikanischer Psychologe und Ökonom. Er war emeritierter Professor für Psychologie und Public Affairs an der Princeton University. Im Jahr 2002 wurde ihm der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen, eine Anerkennung für die Arbeit, die er größtenteils gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Amos Tversky (1937–1996) entwickelt hatte. Da der Preis nicht posthum verliehen wird, konnte Tversky die Ehrung nicht mehr entgegennehmen.

Wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse

Kahneman gilt als einer der Gründerväter der Verhaltensökonomie (Behavioral Economics). Seine Forschung stellt das klassische ökonomische Modell des rational handelnden Menschen (Homo oeconomicus) fundamental infrage. Er zeigte durch zahlreiche Experimente, dass menschliche Urteile und Entscheidungen systematischen und vorhersagbaren kognitiven Verzerrungen unterliegen.

Seine wichtigsten Beiträge umfassen:

Prospect Theory (Prospekttheorie): Gemeinsam mit Tversky entwickelte er diese Theorie als Alternative zur Erwartungsnutzentheorie. Sie beschreibt, wie Menschen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen. Ein zentrales Element ist die Verlustaversion (Loss Aversion): Die psychologische Wirkung eines Verlustes ist deutlich stärker als die Freude über einen Gewinn in gleicher Höhe.

Heuristiken und kognitive Verzerrungen (Biases): Kahneman und Tversky identifizierten mentale Abkürzungen (Heuristiken), die Menschen zur schnellen Urteilsfindung nutzen. Diese sind zwar oft nützlich, führen aber auch zu systematischen Fehlern. Beispiele sind die Ankerheuristik (die Tendenz, sich bei Entscheidungen von zuerst gegebenen Informationen beeinflussen zu lassen) und die Verfügbarkeitsheuristik (die Überschätzung der Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, die im Gedächtnis leicht verfügbar sind).

System 1 und System 2: In seinem späteren Werk fasste Kahneman seine Erkenntnisse in einem einflussreichen Modell zweier Denkmodi zusammen:

System 1: Arbeitet schnell, automatisch, intuitiv und emotional. Es ist für die meisten unserer alltäglichen, mühelosen Entscheidungen verantwortlich.

System 2: Arbeitet langsam, bewusst, analytisch und erfordert Anstrengung. Es wird für komplexe Aufgaben und zur Überprüfung der Vorschläge von System 1 eingesetzt. Laut Kahneman entstehen viele Urteilsfehler, weil sich Menschen zu sehr auf das fehleranfällige System 1 verlassen und das „faule“ System 2 nicht eingreift, um die intuitiven Urteile zu korrigieren.

Wichtige Veröffentlichungen (Auswahl)

Thinking, Fast and Slow (2011) (dt. Schnelles Denken, langsames Denken): Sein wohl berühmtestes Buch, das seine jahrzehntelange Forschung für ein breites Publikum zusammenfasst und das Modell von System 1 und System 2 detailliert erklärt. Es wurde ein weltweiter Bestseller.

Noise: A Flaw in Human Judgment (2021) (mit Olivier Sibony und Cass R. Sunstein) (dt. Noise: Was unsere Entscheidungen verzerrt – und wie wir sie verbessern können): In diesem Werk untersucht er eine weitere Quelle von Fehlurteilen: „Noise“ (Rauschen), die unerwünschte und zufällige Streuung in den Urteilen von Experten (z. B. bei Ärzten, Richtern oder Gutachtern).

Kahneman in Beiträgen

Kandel Erik

Eric R. Kandel (* 1929 in Wien) ist ein austro-amerikanischer Neuropsychiater und Neurowissenschaftler. Nach der Flucht seiner jüdischen Familie vor dem Nationalsozialismus im Jahr 1939 emigrierte er in die USA. Er ist Professor an der Columbia University und Senior Investigator am Howard Hughes Medical Institute. Im Jahr 2000 wurde ihm, gemeinsam mit Arvid Carlsson und Paul Greengard, der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Forschungen zu den molekularen Grundlagen des Gedächtnisses verliehen.

Wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse

Kandels Lebenswerk widmet sich der Frage, wie Lernen und Gedächtnis auf zellulärer und molekularer Ebene funktionieren. Um diese fundamentalen Prozesse zu untersuchen, wählte er ein unkonventionelles, aber äußerst effektives Modellorganismus: die kalifornische Meeresschnecke (Aplysia californica). Der Grund dafür war ihr sehr einfaches Nervensystem mit wenigen, aber außergewöhnlich großen und identifizierbaren Neuronen.

Seine bahnbrechenden Entdeckungen zeigten, dass Lernen die Struktur und Funktion von Synapsen – den Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen – physisch verändert. Er konnte die molekularen Mechanismen für Kurz- und Langzeitgedächtnis entschlüsseln:

Kurzzeitgedächtnis: Entsteht durch eine temporäre Stärkung der synaptischen Verbindungen. Dies geschieht durch die chemische Modifikation bereits vorhandener Proteine an der Synapse. Diese Veränderung ist funktionell, aber nicht von Dauer (Minuten bis Stunden).

Langzeitgedächtnis: Erfordert einen komplexeren Prozess. Wiederholtes Training oder ein starker Reiz aktiviert Gene im Zellkern des Neurons. Dies führt zur Synthese neuer Proteine, die wiederum den Aufbau neuer synaptischer Verbindungen bewirken. Das Gedächtnis wird also durch eine physische, anatomische Veränderung im Gehirn gespeichert.

Kandels Arbeit lieferte den ersten schlüssigen Beweis dafür, dass Erfahrungen und Lernprozesse die Genexpression beeinflussen und die Architektur des Gehirns dauerhaft verändern. Seine Forschung schlug die Brücke zwischen der Psychologie des Lernens und der Molekularbiologie der Zelle.

Wichtige Veröffentlichungen (Auswahl)

Principles of Neural Science (Erstausgabe 1981, Mitherausgeber und Autor): Gilt als das Standardlehrbuch der Neurowissenschaften weltweit und hat Generationen von Studierenden und Forschenden geprägt.

In Search of Memory: The Emergence of a New Science of Mind (2006) (dt. Auf der Suche nach dem Gedächtnis: Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes): Eine Mischung aus Autobiografie und wissenschaftlicher Erzählung, in der er seinen persönlichen Lebensweg und seine wissenschaftlichen Entdeckungen für ein breites Publikum darlegt.

The Age of Insight: The Quest to Understand the Unconscious in Art, Mind, and Brain, from Vienna 1900 to the Present (2012) (dt. Das Zeitalter der Erkenntnis: Die Erforschung des Unbewussten in Kunst, Geist und Gehirn von der Wiener Moderne bis heute): In diesem Werk verbindet er seine neurowissenschaftliche Expertise mit seiner persönlichen Geschichte und der Kunst- und Geistesgeschichte seiner Geburtsstadt Wien um 1900.

Erik Kandel in Beiträgen

Lazar Sara

Dr. Sara Lazar ist eine amerikanische Neurowissenschaftlerin am Massachusetts General Hospital und Dozentin an der Harvard Medical School. Sie ist eine der führenden Forscherinnen, die mit modernen bildgebenden Verfahren (MRT) die neurobiologischen Effekte von Yoga und Meditation auf die Gehirnstruktur untersucht.

Wissenschaftliche Arbeit und zentrale Erkenntnisse

Dr. Lazars Forschung liefert den wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Meditation nicht nur ein subjektives Gefühl der Entspannung erzeugt, sondern zu messbaren, physischen Veränderungen im Gehirn führt. Ihre zentralen Erkenntnisse sind:

Meditation verändert die Gehirnstruktur: Ihre Studien waren unter den ersten, die zeigten, dass regelmäßige Achtsamkeits- oder Meditationspraxis die Dichte der grauen Substanz in bestimmten Hirnarealen erhöht. Dies widerlegt die Annahme, Meditation sei rein psychologisch, und beweist die biologische Wirkung.

Zunahme in wichtigen Hirnarealen: Bei Langzeit-Meditierenden fand sie eine Verdickung in Bereichen wie dem Stirnhirn (präfrontalen Kortex - zuständig für Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktionen) und der Insula (wichtig für Körperwahrnehmung und Empathie).

Bereits kurzes Training zeigt Wirkung: Eine ihrer bekanntesten Studien zeigte, dass bereits ein 8-wöchiges Achtsamkeitstraining (MBSR-Programm) bei Meditations-Anfängern zu strukturellen Veränderungen führt. Konkret wuchs der Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis zentral ist.

Reduktion des Stresszentrums: Dieselbe Studie zeigte eine Abnahme der Dichte in der Amygdala, dem "Angst- und Stresszentrum" des Gehirns. Diese Verkleinerung hängt direkt mit der von den Teilnehmern berichteten Reduktion ihres Stresslevels zusammen.

Verlangsamung altersbedingter Hirnalterung: Lazar fand heraus, dass der präfrontale Kortex von 50-jährigen Langzeit-Meditierenden eine ähnliche Dichte aufwies wie der von 25-Jährigen. Dies deutet darauf hin, dass Meditation dem altersbedingten Abbau von Hirnsubstanz entgegenwirken kann.

Öffentliche Auftritte:

Ihre Forschungsergebnisse präsentiert sie regelmäßig in Vorträgen und Interviews, darunter ein viel beachteter TEDx-Vortrag ("How meditation can reshape our brains"). Dr. Sara Lazar hat entscheidend dazu beigetragen, die Praxis der Meditation aus der esoterischen Ecke zu holen und ihre Wirkung mit harten, neurobiologischen Fakten zu untermauern.

Lazar in Beiträgen

Lazarus Richard

Dr. Richard S. Lazarus (1922–2002) war ein amerikanischer Psychologe, dessen wissenschaftliche Forschung das Verständnis von Stress und Emotionen grundlegend veränderte. Er war Professor für Psychologie an der University of California, Berkeley, und gilt bis heute als einer der einflussreichsten Psychologen des 20.Jahrhunderts.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Lazarus ist vor allem für seine Erkenntnisse von Stress und dessen Bewältigung bekannt. Diese Theorie war revolutionär, weil sie Stress nicht nur als äußeren Faktor sah, sondern erkannte, dass Stress auch durch innere Auslöser hervorgerufen wird, welche auf den individeuellen Erfahrungen des Einzelnen beruht. Damit war Stress kein „zufälliger Umstand“ sondern ein individuelles und subjetikves Ereignis.

Stress ist subjektiv (individuelle Bewertung): Der Kern seiner Theorie ist, dass Stress nicht mit der Situation selbst, sondern mit der eigenen inneren Bewertung oder Beurteilung zusammenhängt. Ein Ereignis, das für eine Person sehr stressig ist (z. B. öffentliches Reden), kann für eine andere Person „nur“ eine Herausforderung sein. Die Beurteilung erfolgt individuell und in zwei Schritten. Zuerst die Situation, "Was steht für mich auf dem Spiel?" und wenn es stressig ist, klassifizieren wir es weiter als Bedrohung (Verlust, Schaden, Niederlage etc.)

Wenn wir eine Situation als stressig identifiziert haben, erfolgt die innere „Re-Aktion“: "Was kann ich dagegen tun?". Stress entsteht in dem Moment, wo wir erkennen, dass die Anforderungen der Situation unsere Fähigkeit zur Bewältigung (scheinbar) übersteigen.

Bewältigung von Stress: Lazarus definierte Bewältigung als die Bemühungen, die Situation zu ändern oder das Problem zu lösen. Stress entsteht, wenn wir denken, dass die Belastung die eigenen Ressourcen übersteigt. Die Wahl der „Strategie“ hängt davon ab, ob der Einzelne glaubt, die Situation ändern zu können oder nicht. Wobei Lazzarus zwei Strategien erkannte. Die Problemorientiere (neutrale), die z.B. einen Plan erstell oder Rat einholt und die Emotionsfokussierte, welche versucht die emotionale Belatung zu lösen (sich ablenken, kämpfen oder augeben – siehe Stressmuster). Die zweite emotionale Strategie tendiert dazu in bekannten Verhaltensmustern zu reagieren, kann aber auch auf dieser Ebene durch eine (emotionale) „Neubewertung“ gelöst werden.

Neubewertung: Das ist ein Entwicklungsprozess, bei dem wir eine Situation auf der Grundlage von neuen Erkenntnisse oder Informationen anders bewerten und dabei lernen anders damit umzugehen. Diesen Prozess benennt Lazzarus die Rückkopplungsschleife. Sie macht das Stresserlebnis zu einem sich entwickelnden und veränderbaren Prozess.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Richard Lazarus das Verständnis von Stresserleben von einem außeren „Zufallsgeschehen“ zu einem persönlichen „Erkenntnis- und Entwicklungs-Prozess“ verlagert hat, indem er darlegte, dass unsere Gedanken und Verhaltens- oder Reaktionsmuster die entscheidenden dafür sind, wie wir Stress erleben und damit umgehen-

Wichtige Publikation:

Buch: Stress, Einschätzung und Bewältigung (1984, mit Susan Folkman): Dies ist die bahnbrechende Arbeit, die das vollständige Veränderungsmodell von Stress darstellt. Es beschreibt die Prozesse der subjetiven Bewertung und Bewältigung und liefert die empirischen Beweise, die die Theorie stützen.

LeDoux Joseph

Joseph E. LeDoux ist ein US-amerikanischer Neurowissenschaftler und Professor für Neurowissenschaften an der New York University (NYU). Er ist zudem der Direktor des von ihm mitbegründeten Emotional Brain Institute. LeDoux gilt als einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der neuronalen Grundlagen von Emotionen, Gedächtnis und Bewusstsein.

Wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse

LeDoux ist vor allem für seine Forschungen zur Neurobiologie der Angst bekannt. Seine zentrale Erkenntnis war die Entdeckung von zwei parallelen Wegen, auf denen das Gehirn potenzielle Gefahren verarbeitet:

Der schnelle Weg („low road“): Eine direkte, subkortikale Verbindung vom Thalamus zur Amygdala. Dieser Weg ermöglicht eine sehr schnelle, unbewusste Reaktion auf Gefahrenreize, er löst überlebenswichtige physiologische Reaktionen aus.

Der langsame Weg („high road“): Die Information wird vom Thalamus über den Neocortex (die Großhirnrinde) zur Amygdala geleitet. Dieser Weg erlaubt eine detailliertere kognitive Analyse und Bewertung des Reizes, was zu einer bewussten Einschätzung der Situation führt.

Wichtige Veröffentlichungen (Auswahl)

The Emotional Brain: The Mysterious Underpinnings of Emotional Life (1996) (dt. Das emotionale Gehirn)

Synaptic Self: How Our Brains Become Who We Are (2002) (dt. Das Netz der Persönlichkeit):

Anxious: Using the Brain to Understand and Treat Fear and Anxiety (2015) (dt. Angst: Wie wir Furcht und Angst verstehen und behandeln können):

The Deep History of Ourselves: The Four-Billion-Year Story of How We Got Conscious Brains (2019):

LeDoux in Beiträgen

Levine Peter

ist ein amerikanischer Therapeut und Wissenschaftler mit einem Hintergrund und hat in medizinischer Biophysik als auch in Psychologie promoviert. Er das „Somatic Experiencing Trauma Institute“ (heute Ergos Institute of Somatic Education) gegründet. Seine Arbeit ist weltweit bekannt. Er gibt sein Wissen in unzähligen Workshops und Ausbildungen weiter.

Hast du schon einmal ein Tier gesehen, das nach einem Schreck am ganzen Körper zittert und danach weiterläuft? Peter Levine hat beobachtet, dass Tiere so ihre angestaute Stressenergie abbauen. Er entwickelte daraus die Methode des „Somatic Experiencing“. Dabei geht es darum, dem Körper zu helfen, festsitzende Energie nach einem traumatischen Ereignis langsam und sicher zu entladen.

  • Wichtigste Erkenntnis: Trauma ist eine unvollständige biologische Reaktion, die im Körper gefangen ist und durch achtsame Körperwahrnehmung gelöst werden kann.

  • Bekanntestes Buch: „Waking the Tiger“ (deutscher Titel: „Vom Trauma heilen“).

Levine in Beiträgen

Mayer Emeran

Emeran Mayer ist ein deutsch-amerikanischer Gastroenterologe, Neurowissenschaftler und Professor an der University of California, Los Angeles (UCLA). Er gilt als einer der weltweit führenden Pioniere in der Erforschung der Verbindung und Interaktion zwischen dem Gehirn und dem Darm (der sogenannten Darm-Hirn-Achse). Seine Arbeit revolutioniert das traditionelle medizinische Verständnis, indem er den Darm als reines Verdauungsorgan zu einem Akteur für die gesamte körperliche und geistige Gesundheit definiert und erhoben hat.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Die Darm-Hirn-Achse (Gut-Brain Axis): Mayer hat das Verständnis der Kommunikation zwischen dem Verdauungstrakt und dem Gehirn entdeckt. Er zeigte, dass der Zustand des Darms tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Stimmung, unser Verhalten und unsere kognitiven Funktionen hat.

Die Rolle des Mikrobioms: Seine Forschung konzentriert sich auf die Mikroorganismen, die in unserem Darm leben. Er untersucht, wie die Mikroben durch die Produktion von Hormonen und anderen Signalstoffen (Neurotransmitter wie Serotonin), mit dem Gehirn kommunizieren und so unsere Gesundheit beeinflussen.

E. Mayer in Beiträgen

McGhee Paul

Paul McGhee ist ein amerikanischer Psychologe und gilt als einer der weltweit führenden Pioniere in der Humorforschung. Nachdem er 20 Jahre lang die psychologischen Grundlagen des Humors an Universitäten erforscht hatte, verlagerte er seinen Fokus darauf, die praktischen Anwendungen im Alltag. Er ist heute ein gefragter Redner und Berater.

Wichtige Arbeiten und Erkenntnisse:

Entwicklung des Humors bei Kindern: Eine seiner bedeutendsten frühen Arbeiten war die Erforschung der Entwicklung des Humors bei Kindern. Er beschreibt, wie Kinder in verschiedenen Altersstufen Humor verstehen und produzieren, ähnlich wie Jean Piaget die Stufen der kognitiven Entwicklung beschrieb.

Humor als Stressbewältigung: McGhee hat untersucht, wie Humor als Strategie zur Stressbewältigung genützt werden kann und zeigt, dass Humor hilft, eine Situation anders zu bewerten, sowie eine Distanz zu Problemen zu schaffen und so die Stressreaktion des Körpers zu senken.

Humor als (erlernbare) Fähigkeit: McGhee vertritt die Ansicht dass Humor keine angeborene Eigenschaft ist, sondern die Fähigkeit, im Alltag zu finden und zu nutzen, erlernbar ("Humor Skill") ist, die jeder entwickeln und nützen kann.

McGhee in Beiträgen

McGonigal Kelly

Dr. Kelly McGonigal ist eine US-amerikanische Gesundheitspsychologin, Dozentin und Wissenschaftsautorin an der Stanford University. Sie ist bekannt für ihre Arbeit an der Schnittstelle von Psychologie und Neurowissenschaften und ihre Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Strategien für Gesundheit und Wohlbefinden zu übersetzen.

Wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse

McGonigals Forschung und Lehre konzentrieren sich auf die sogenannte „Mind-Body-Connection“, also die Verbindung zwischen psychischem Erleben und körperlicher Gesundheit. Sie wurde insbesondere durch ihre Neubewertung von Stress international bekannt.

Die positive Seite von Stress (The Upside of Stress): Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Stress grundsätzlich schädlich ist, argumentiert McGonigal, dass die Einstellung zu Stress entscheidend für dessen Auswirkungen ist. Basierend auf Studien zeigt sie: Wenn Menschen die physiologischen Anzeichen von Stress (z. B. Herzklopfen, schnelle Atmung) nicht als Bedrohung, sondern als eine adaptive Reaktion des Körpers zur Bewältigung einer Herausforderung interpretieren, können sie von Stress profitieren.

Die psychologischen Vorteile von Bewegung (The Joy of Movement): In ihrem neueren Werk konzentriert sie sich auf die tiefgreifenden positiven Effekte von körperlicher Aktivität auf die Psyche. Sie geht über die rein physischen Gesundheitsvorteile hinaus und zeigt, wie Bewegung als wirksames Mittel gegen Depression, Angst und Einsamkeit dienen kann und gleichzeitig Freude, Hoffnung und soziale Verbundenheit fördert.

Wichtige Veröffentlichungen (Auswahl)

The Willpower Instinct: How Self-Control Works, Why It Matters, and What You Can Do to Get More of It (2012) (dt. Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können): Ein praktischer Ratgeber, der die Wissenschaft der Selbstkontrolle erklärt und Übungen zur Stärkung der Willenskraft bietet.

The Upside of Stress: Why Stress Is Good for You, and How to Get Good at It (2015) (dt. Stress als Chance: Warum Stress gut für Sie ist und wie Sie lernen, ihn zu nutzen): Ihr einflussreiches Buch, das eine radikal neue Perspektive auf Stress bietet und auf ihrem gleichnamigen, populären TED-Talk aufbaut.

The Joy of Movement: How Exercise Helps Us Find Happiness, Hope, Connection, and Courage (2019) (dt. Die Freude an der Bewegung: Wie Sport uns glücklich, mutig und stark macht): Ein Buch, das die psychologischen und neurologischen Gründe erforscht, warum Bewegung für das menschliche Wohlbefinden essenziell ist.

McGonigal in Beiträgen

Mezernich Michael

Dr. Michael Merzenich ist ein führender amerikanischer Neurowissenschaftler und emeritierter Professor an der University of California, San Francisco (UCSF). Er gilt weltweit als einer der Pioniere auf dem Gebiet der Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrungen und Training ein Leben lang zu verändern und neu zu organisieren.

Wissenschaftliche Arbeit und zentrale Erkenntnisse

Die Kernaussage seiner jahrzehntelangen Forschung ist, dass das Gehirn kein statisches Organ ist, sondern dynamisch und formbar bleibt. Seine wichtigsten Beiträge und Erkenntnisse sind:

Neuroplastizität bei Erwachsenen: Merzenich widerlegte die gültige Lehrmeinung, dass die Struktur des Gehirns nach der Kindheit unveränderlich sei. Durch Experimente zeigte er, dass das erwachsene Gehirn seine "Karten" – die für bestimmte Körperteile oder Sinne zuständigen Bereiche – durch Lernen und Erfahrung neu geformt und verändert werden kann.

"Use it or lose it": Seine Arbeit untermauert das Prinzip, dass Gehirnverbindungen, die regelmäßig genutzt werden, verstärkt werden, während ungenutzte langsam verkümmern. Dies gilt für motorische, sensorische, wie auch geistige Fähigkeiten.

Gehirntraining und Rehabilitation: Basierend auf seinen Erkenntnissen entwickelte Merzenich gezielte Trainingsprogramme. Er zeigte, dass Training die Gehirnfunktion verbessert, sei es zur Steigerung von Gedächtnis und Aufmerksamkeit bei gesunden Älteren, wie auch zur Rehabilitation nach Schlaganfällen, Verletzungen oder bei Lernschwächen.

Bücher und Veröffentlichungen

Dr. Merzenich hat über 150 wissenschaftliche Artikel in führenden Fachzeitschriften wie Science und Nature veröffentlicht und hält fast 100 Patente.

Sein Hauptwerk ist das Buch:

"Soft-Wired: How the New Science of Brain Plasticity Can Change Your Life" (2013): In diesem Buch erklärt er die Prinzipien der Neuroplastizität und gibt praktische Anleitungen, wie jeder sein Gehirn aktiv formen und verbessern kann.

Erwähnung bei Norman Doidge:

Seine Arbeit wird ausführlich in dem weltbekannten Buch "The Brain That Changes Itself" (Deutsch: "Neustart im Kopf") von Norman Doidge beschrieben. Dieses Buch hat seine Forschung einem breiten internationalen Publikum zugänglich gemacht.

Mezernich in Beiträgen

Millner Brenda

Brenda Milner, CC, GOQ, FRS (* als Brenda Langford am 15. Juli 1918 in Manchester) ist eine britisch-kanadische Neuropsychologin in den kognitiven Wissenschaften. Brenda Milner ist Kanadas herausragendste Neuropsychologin und hat Pionierarbeit in der Erforschung des menschlichen Gehirns geleistet; viele betrachten sie als Begründerin des Gebiets der klinischen Neuropsychologie und der kognitiven Neurowissenschaft. Brenda Millner hat maßgeblich zum Verständnis der Rolle der Frontallappen bei der der Gedächtnisverarbeitung und der Informationsorganisation beigetragen. Die bahnbrechende Forschung von Dr. Milner hat wegweisende Entdeckungen im Studium des menschlichen Gedächtnisses hervorgebracht, die eine Schlüsselrolle bei emotionalen Reaktionen, dem Hören, dem Gedächtnis und der Sprache spielen.

Möbius Karl

Karl August Möbius (1825–1908) war ein deutscher Zoologe, Ökologe und Meeresbiologe. Er war Professor für Zoologie an der Universität Kiel und Direktor des Museums für Naturkunde in Berlin. Er gilt als einer der Väter der Synökologie (Gemeinschaftsökologie). Möbius' Ansatz war revolutionär. Vor ihm konzentrierte sich die Biologie hauptsächlich auf die Klassifizierung einzelner Arten. Möbius war einer der Ersten, der den Fokus auf die Beziehungen und Interaktionen zwischen den Arten und ihrer Umwelt legte. Er dachte in Systemen und legte damit den Grundstein für die moderne Ökologie und das Konzept des Ökosystems Möbius' Forschung ist untrennbar mit dem Konzept der Lebensgemeinschaft verbunden: der Biozönose (engl. biocenosis),

Möbius ist abseits seiner Arbeit mit den Austern, für ein Experiment bekannt, das im Internet benützt wird. Allerdings ist es schwierig, eine Publikation von Möbius zu finden, in der er dieses spezifische Experiment so beschreibt. Es ist möglich, dass Möbius oder einer seiner Zeitgenossen Beobachtungen zur Konditionierung gemacht hat, aber die Geschichte vom Hecht und der Glasscheibe ist besonders einprägsam. Es ist ein klassisches Beispiel für erlernte Hilflosigkeit (Martin Seeligmann) oder Konditionierung (Pawlow).

Das Hecht-Experiment

Die Anordnung: Man nimmt ein großes Aquarium und setzt einen Hecht hinein. In dasselbe Aquarium gibt man auch seine üblichen Beutefische (z. B. Elritzen oder Gründlinge).

Die Barriere: Entscheidend war/ist, dass eine dicke Glasscheibe in der Mitte des Aquariums angebracht wurde. Der Hecht war auf der einen Seite, die Beutefische auf der anderen.

Die Lernphase: Der Hecht sieht die Beute und versucht, sie zu jagen. Dabei stößt er jedes Mal schmerzhaft mit seiner Schnauze gegen die Glaswand. Er wiederholt diese Angriffsversuche immer wieder, aber jeder Versuch scheitert und endet mit dem schmerzhaften Aufprall. Nach Dutzenden von Versuchen gibt der Hecht schließlich auf. Er lernt: "Jagen = Schmerz, und es ist sinnlos."

Das Ergebnis: Nun kommt der entscheidende Teil des Experiments. Die Glasscheibe wird entfernt. Die Beutefische schwimmen nun frei im ganzen Aquarium, vor der Nase des Hechts. Der Hecht unternimmt jedoch keine Jagdversuche mehr. Er hat die Erfahrung so tief verinnerlicht, dass er die Beute ignoriert und lieber verhungert, als einen weiteren Versuch zu wagen. Er hat eine unsichtbare, mentale Barriere aufgebaut, die auch nach dem Entfernen der physischen Barriere bestehen bleibt.

Nader Karim

ist ein kanadischer Neurowissenschaftler, der unser Verständnis von Erinnerungen auf den Kopf gestellt hat. Seine wissenschaftliche Heimat ist die McGill University in Montreal, Kanada. Er ist dort als Professor in der Abteilung für Psychologie tätig und forscht intensiv daran, wie Erinnerungen im Gehirn funktionieren und wie sie verändert werden können.

Stell dir vor, du könntest eine alte, schmerzhafte Erinnerung wie eine Datei auf einem Computer öffnen, bearbeiten und neu abspeichern. Karim Nader hat entdeckt, dass unser Gehirn genau das tun kann. Jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung abrufen, wird sie kurz instabil und kann verändert werden, bevor sie wieder gefestigt wird. Dieser Prozess nennt sich „Memory Reconsolidation“.

  • Wichtigste Erkenntnis: Erinnerungen sind nicht starr, sondern können bei jedem Abruf neu geformt und sogar in ihrer emotionalen Ladung verändert werden.

Nader in Beiträgen

Neff Kirstin

Dr. Kristin Neff ist eine US-amerikanische Psychologin und Forscherin. Sie ist außerordentliche Professorin in der Abteilung für pädagogische Psychologie an der University of Texas at Austin. Neff gilt als die erste Wissenschaftlerin, die das Konzept des Selbstmitgefühls (self-compassion) operationalisiert und empirisch erforscht hat.

Wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse

Kristin Neffs Arbeit hat das aus der buddhistischen Psychologie stammende Konzept des Mitgefühls auf die eigene Person übertragen und für die westliche Psychologie messbar und erforschbar gemacht. Sie argumentiert, dass Selbstmitgefühl eine gesündere und stabilere Alternative zu Selbstwertgefühl (self-esteem) darstellt, da es nicht von externen Bewertungen oder Erfolgen abhängig ist.

Ihre umfangreichen Studien zeigen, dass ein höheres Maß an Selbstmitgefühl signifikant mit größerer psychischer Gesundheit assoziiert ist, darunter weniger Angst, Depression und Stress sowie eine höhere Lebenszufriedenheit, emotionale Resilienz und Motivation.Ihre Forschung definiert Selbstmitgefühl als eine stärkende, innere Haltung.

Selbstfreundlichkeit vs. Selbstverurteilung (Self-Kindness vs. Self-Judgment): Die Tendenz, sich selbst bei Fehlern, Scheitern oder Leid mit Wärme und Verständnis zu begegnen, anstatt sich mit harter Selbstkritik zu bestrafen.

Achtsamkeit vs. Überidentifikation (Mindfulness vs. Over-Identification): Die Fähigkeit, die eigenen schmerzhaften Gedanken und Gefühle in einem ausgewogenen Bewusstsein zu halten. Man beobachtet sie mit Offenheit und Klarheit, ohne sie zu unterdrücken, aber auch ohne sich vollständig von ihnen mitreißen zu lassen.

Wichtige Veröffentlichungen (Auswahl)

Self-Compassion: The Proven Power of Being Kind to Yourself (2011) (dt. Selbstmitgefühl: Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden): Ihr grundlegendes Werk, das die Theorie und Forschung hinter Selbstmitgefühl für ein breites Publikum zugänglich macht.

The Mindful Self-Compassion Workbook (2018) (mit Christopher Germer) (dt. Das Arbeitsbuch zu Mindful Self-Compassion): Ein praktisches Arbeitsbuch, das Übungen und Anleitungen aus dem von ihr und Germer entwickelten achtwöchigen Trainingsprogramm „Mindful Self-Compassion“ enthält.

Fierce Self-Compassion: How Women Can Harness Kindness to Speak Up, Claim Their Power, and Thrive (2021) (dt. Kraftvolles Selbstmitgefühl: Wie Frauen mitfühlende Stärke entwickeln, um für sich einzustehen und zu wachsen): In diesem Buch erweitert sie das Konzept um die „kraftvolle“ oder „kämpferische“ Seite des Selbstmitgefühls, die dazu befähigt, Grenzen zu setzen, für sich einzustehen und aktiv Veränderungen herbeizuführen.

Neff in Beiträgen

Ohsumi Yoshinori

Dr. Yoshinori Ohsumi ist ein japanischer Zellbiologe, der 2016 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine bahnbrechenden Entdeckungen der Mechanismen der Autophagie erhielt. Er schloss sein Studium an der Universität Tokio ab. Nach seiner Zeit als Postdoktorand an der Rockefeller University in New York kehrte er nach Japan zurück. Den Großteil seiner nobelpreisgekrönten Forschung führte er an der Universität Tokio und später als Professor am Tokyo Institute of Technology durch.Seine Arbeit hat ein völlig neues Feld in der Biologie eröffnet und unser Verständnis davon, wie Zellen ihre eigenen Bestandteile recyceln, revolutioniert.

Wichtigste wissenschaftliche Erkenntnisse: Die Autophagie

Das zentrale Thema von Ohsumis Forschung ist die Autophagie (griechisch für "sich selbst essen"). Dies ist ein fundamentaler Prozess, bei dem Zellen ihre eigenen, beschädigten oder unnötigen Bestandteile abbauen und wiederverwerten.

Sichtbarmachung des Prozesses: Obwohl das Konzept der Autophagie schon seit den 1960er Jahren bekannt war, wusste niemand, wie es genau funktioniert oder welche Gene dafür verantwortlich sind. Ohsumi nutzte Bäckerhefe als Modellorganismus und konnte den „Recycling-Prozess“ unter dem Mikroskop beobachten und sichtbar machen.

Identifizierung der "Autophagie-Gene": Sein größter Durchbruch war die Identifizierung der Gene, die diesen Prozess steuern.

Bedeutung für den Menschen: Ohsumi konnte zeigen, dass dieser Mechanismus evolutionär konserviert ist, das heißt, er funktioniert in menschlichen Zellen wie bei anderen Lebewesen oder -arten.Seine Forschung hat gezeigt, dass Störungen in der Autophagie mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung stehen, darunter Parkinson, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten. Eine funktionierende Autophagie ist entscheidend für die zelluläre Reinigung, die Energieversorgung in Stresssituationen und die Abwehr von Infektionen.

Ohsumi in beitärgen

Panksepp Jaak

Jaak Panksepp (1943–2017) war ein estnisch-amerikanischer Neurowissenschaftler und Psychobiologe, sowie einer der Gründerväter der affektiven Neurowissenschaft. Die affektive Neurowissenschaft ist ein Teilgebiet der Hirnforschung, welche die Mechanismen von Emotionen, Gefühlen, Stimmungen oder Motivationen im Gehirn erforscht und dabei die Prozesse untersucht, die das Überleben und Verhalten steuern. Forschungsziel ist das Verständnis, wie Gefühle entstehen und wie sie im Gehirn das Denken und Handeln beeinflussen.

Panksepps Forschung konzentrierte sich darauf, die evolutionär alten Ursprünge unserer Emotionen im Gehirn zu finden. Er erklärte, dass die grundlegenden Gefühle nicht im „neuen“ Großhirn (Neocortex oder "Denkkappe" des Gehirns) entstehen, sondern in den tieferen und älteren Hirnregionen, die wir mit allen Säugetieren gemeinsam haben bzw. mit ihnen teilen.

Die Bedeutung des Spiels: Durch seine Forschung etablierte Panksepp das Spiel als ein fundamentales, biologisches Bedürfnis und nicht nur als Zeitvertreib. Er zeigte, dass das Spiel entscheidend für die Entwicklung des Gehirns, das Erlernen sozialer Regeln und die emotionale Gesundheit ist. Ein Mangel an Spiel in der Kindheit kann, so seine Theorie, zu Problemen wie ADHS oder Depressionen führen.Jaak Panksepps Arbeit hat nicht nur die Neurowissenschaften, sondern auch die Psychologie und Psychiatrie nachhaltig beeinflusst.

Pankssepp in Beiträgen

Pert Candace

Dr. Candace Pert (1946–2013) war eine revolutionäre und international anerkannte amerikanische Neurowissenschaftlerin und Pharmakologin, die eine Schlüsselrolle in der Entdeckung der Biochemie von Emotionen und der Beziehung zwischen Geist und Körper spielte. Sie gilt als eine der Pionierinnen der Psychoneuroimmunologie.

Die Psychoneuroimmunologie erforscht die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nerven-, Hormon- und Immunsystem. Sie untersucht, wie emotionale Prozesse, zum Beispiel Stress oder Verhaltensmuster (Psyche) das Immunsystem beeinflussen und um Gesundheit und Krankheit als ganzheitliches Zusammenwirken zu verstehen.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Entdeckung des Opiatrezeptors (1973): Perts bahnbrechendste Leistung war die Entdeckung des Opiatrezeptors im Gehirn als angehende Doktorandin an der Johns Hopkins University. Es war der erste Nachweis einer „Andockstelle“ für Drogen wie Morphin und Heroin. Diese Entdeckung war der Grundstein für das Verständnis, wie körpereigene Schmerzmittel (Endorphine) oder andere Hormone, Botenstoffe oder Neuropeptide im Gehirn wirken.

Die "Moleküle der Gefühle": Aufbauend auf dieser Entdeckung entwickelte Pert die Theorie, dass Botenstoffe die biochemischen Moleküle (Korrelat von Emotionen sind. Sie fand heraus, dass diese Neuropeptide nicht nur im Gehirn, sondern im gesamten Körper vorkommen – in Organen, im Immunsystem und im Verdauungstrakt. Ihre Erkenntnis war, dass der Körper und der Geist keine getrennten Einheiten sind, sondern einvernetztes Informationssystem. Emotionen und Gefühle sind demnach nicht nur „gefühlte Zustände“, sondern chemische Prozesse oder Phänomene, die im ganzen Körper stattfinden.

Das "körperliche Bewusstsein" (Bodymind): Pert prägte diesen Begriff, um die untrennbare Einheit von emotionalen (psychischen) und körperlichen Prozessen zu beschreiben. Sie erklärte, dass die "Moleküle der Gefühle" den gesamten Organismus beeinflussen und schuf damit ein weitreichendes Verständnis von seelisch-köperlichen (psychosomatischen) Erkrankungen und Heilungsprozessen.

Candace Pert hat die wissenschaftliche Grundlage dafür geschaffen, Emotionen als einen körperweiten Prozess zu verstehen. Ihre Arbeit hat das Denken von Körper und Geist, als getrennte Einheiten (siehe Descartes) in der aktuellen Medizin und Psychologie nachhaltig in Frage gestellt und einen Weg für ein neues Verständnis von Gesundheit und Krankheit geebnet.

Pert in Beiträgen

Porges Stephen

ist ein amerikanischer Neurowissenschaftler. Seine Arbeit ist tief in der universitären Forschung verankert. Aktuell ist er „Distinguished University Scientist“ an der Indiana University, wo er das „Traumatic Stress Research Consortium“ am Kinsey Institute leitet. Zudem ist er Professor für Psychiatrie an der University of North Carolina.

Kennst du das Gefühl, dass du dich bei manchen Menschen sofort sicher und bei anderen angespannt fühlst, ohne zu wissen, warum? Stephen Porges erklärt das mit der Polyvagal-Theorie. Er hat entdeckt, dass ein Teil unseres Nervensystems, der Vagusnerv, ständig die Umgebung auf Sicherheit oder Gefahr scannt und unsere Reaktionen steuert – ganz unbewusst.

  • Wichtigste Erkenntnis: Unser soziales Verhalten und unser Sicherheitsgefühl werden maßgeblich von unserem autonomen Nervensystem gesteuert.

  • Bekanntestes Buch: „The Polyvagal Theory“.

Porges in Beiträgen

Provine Robert

Robert Provine (1943–2019) war ein amerikanischer Neurobiologe und Psychologe und als Professor an der University of Maryland, Baltimore County (UMBC) tätig. Er war einer der weltweit führenden Experten für die Erforschung des Lachens. Sein Ansatz war einzigartig, da er Lachen nicht nur im Labor, sondern ebenso durch Feldstudien untersuchte.

Wichtige Arbeiten und Erkenntnisse:

Lachen als Signal: Provines vielleicht wichtigste Erkenntnis war, dass Lachen weniger mit Humor oder Witzen zu tun hat, als allgemein angenommen. Stattdessen ist es in erster Linie ein soziales Signal, das der Festigung von Bindungen dient.

Evolution des Lachens: Er zog eine direkte evolutionäre Verbindung zwischen dem menschlichen Lachen und dem "Spiel-Atmen" von Schimpansen beim Kitzeln oder Toben und argumentierte, dass Lachen eine uralte Form der Kommunikation ist, die lange vor der Sprache existierte.

Ansteckendes Verhalten: Provine erweiterte seine Forschung auf andere unwillkürliche und (empathisch) ansteckende Verhaltensweisen wie Gähnen und untersuchte, welche neurologischen Mechanismen dahinterstecken.

Die Physik des Lachens: Er analysierte die akustische Struktur des Lachens, die in schnellen Abständen von etwa 210 Millisekunden ausgestoßen werden.

Provine in Beiträgen

Rizzolatti Giacomo

Giacomo Rizzolatti (* 28. April 1937 in Kiew) ist ein italienischer Neurophysiologe und emeritierter Professor für Humanphysiologie an der Universität Parma. Er gilt als einer der bedeutendsten Neurowissenschaftler der Gegenwart und hat unser Verständnis des menschlichen Gehirns und des sozialen Verhaltens maßgeblich geprägt. Er leitete das Institut für Neurowissenschaften. Seine Forschung konzentrierte sich auf das motorische System des Gehirns, also die Bereiche, die für die Planung und Ausführung von Bewegungen zuständig sind.

Wissenschaftliche Erkenntnis: Die Entdeckung der Spiegelneuronen

Rizzolattis berühmteste Entdeckung war rein zufällig und revolutionierte die Neurowissenschaften. In den frühen 1990er Jahren untersuchte er mit seinem Team die Gehirnaktivität von Makaken-Affen, um zu verstehen, wie das Gehirn Handlungen plant. Neuronen, die feuerte, wenn der Affe nach einer Nuss griff, feuerten auch, als der Affe lediglich zusah, wie ein menschlicher Forscher nach einer Nuss griff.

Diese Nervenzellen wurden Spiegelneuronen (engl. Mirror Neurons) genannt, weil sie die beobachtete Handlung im Gehirn des Beobachters "spiegeln", als würde er sie selbst ausführen.

Die Bedeutung seiner Forschung

Die Entdeckung der Spiegelneuronen führte zu weitreichenden Schlussfolgerungen über die Funktionsweise des Gehirns und die Grundlagen menschlicher Beziehung und Interaktion:

Verstehen von Handlungen und Gefühlen: Rizzolattis Kernaussage ist, dass wir die Handlungen anderer nicht durch Nachdenken verstehen, sondern durch eine unmittelbare Nachahmung (Simulation) in unserem eigenen System. Wenn wir jemanden lächeln sehen, aktivieren sich die Spiegelneuronen und wir "fühlen" die Handlung in uns.

Die Basis für Empathie: Spiegelneuronen werden als die biologische Grundlage für Empathie und Mitgefühl angesehen. Wir können die Gefühle anderer empfinden, weil unser Gehirn die beobachteten Handlungen und Emotionen miterlebt. Rizzolatti formulierte es so: "Wir sind soziale Wesen, weil wir auf geistiger Ebene verbunden sind."

Lernen durch Imitation: Spiegelneuronen sind entscheidend für das Lernen durch Nachahmung. Von der Kindheit an lernen wir komplexe Fähigkeiten, indem wir andere beobachten – vom Sprechen bis zum Bedienen von Werkzeugen.

Sprachentwicklung: Rizzolatti vertrat die Hypothese, dass sich die menschliche Sprache aus einem auf Gesten basierenden Kommunikationssystem entwickelt hat, das durch die Spiegelneuronen ermöglicht wurde.

Rizzolati in Beiträgen

Roth Gerhard

Gerhard Roth (1942–2022) war einer der bekanntesten deutschen Biologen, Hirnforscher und Philosophen. Er war langjähriger Direktor des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen und eine zentrale Figur in der öffentlichen Debatte über die menschliche Willensfreiheit und die Grundlagen des Bewusstseins. Seine Arbeit zeichnete sich durch die Verbindung von neurobiologischen Erkenntnissen mit philosophischen und psychologischen Fragestellungen aus. Roths Thesen waren oft provokant und haben die Debatte zwischen Natur- und Geisteswissenschaften maßgeblich geprägt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und zentrale Aussagen

1. Die Illusion der Willensfreiheit

Roths provokanteste und bekannteste These besagt, dass der freie Wille, so wie wir ihn subjektiv empfinden, eine Illusion ist. Basierend auf neurobiologischen Experimenten (u.a. von Benjamin Libet) argumentierte er, dass unbewusste Prozesse im Gehirn Entscheidungen einleiten, bevor wir diese Entscheidungversteehen oder uns bewusst werden.

  • Kernpunkt: Das "Ich" ist nicht der Urheber unserer Handlungen, sondern wird erst nachträglich über die bereits getroffene Entscheidung informiert. Das Gefühl, eine freie Wahl getroffen zu haben, ist eine nachträgliche Zuschreibung des Gehirns, um ein stimmiges Selbstbild zu erzeugen.

  • Konsequenz: Dies hat weitreichende Auswirkungen für unser Verständnis von Verantwortung, sowie Schuld, insbesondere im Strafrecht.

2. Das Gehirn als Konstrukteur der Wirklichkeit

In Anlehnung an den Konstruktivismus argumentierte Roth, dass unser Gehirn die Welt nicht objektiv abbildet, sondern eine subjektive Wirklichkeit erschafft, die durch unsere Biologie und bisherigen Erfahrungen gefiltert und interpretiert werden.

  • Kernpunkt: Es gibt keine "objektive" Realität. Was wir wahrnehmen, ist ein für uns nützliches Modell der Welt, das unser Überleben sichert.

  • Zitat-Idee: "Das Gehirn sieht nicht die Welt, sondern nur seine eigenen Zustände."

3. Die Macht des Gefühls (Limbischen Systems)

Eine weitere Aussage ist, dass die tiefen, emotionalen Bewertungsstrukturen des limbischen Systems die eigentlichen "Machtzentren" im Gehirn sind.

  • Kernpunkt: Der Sitz der Vernunft und Sprache (der Neocortex oder das Stirnhirn) kann zwar Pläne schmieden und Ideen liefern, aber die Entscheidung darüber, was wir tun und was uns wichtig ist, fällt im Gefühlszentrum (limbischen System). Dieses System arbeitet weitgehend unbewusst und ist stark von Kindheitserfahrungen geprägt.

Veröffentlichungen und Bücher

Das Gehirn und seine Wirklichkeit: Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen (1994)

  • Sein grundlegendes Werk, das den neurobiologischen Konstruktivismus und die Debatte über das Bewusstsein neu entfachte.

Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (2001, überarbeitet 2003)

Aus Sicht des Gehirns (2003)

Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten (2007)

Über den Menschen (2021)

Gerhard Roth in Beiträgen

Scaer Robert

Robert Scaer, MD, erhielt seinen B.A. in Psychologie und seinen MD-Abschluss an der University of Rochester. Er ist Facharzt für Neurologie und seit 33 Jahren in der Praxis tätig, zwanzig davon als medizinischer Direktor für Rehabilitationsdienste am Mapleton Center in Boulder, COLORADO. Seine Hauptinteressen und Fachkenntnisse lagen in den Bereichen Hirnverletzungen und chronische Schmerzen sowie in der Erforschung von traumatischem Stress und seiner Rolle bei körperlichen Symptomen und Krankheiten. Er definiert das Phänomen Trauma als ein Spektrum unterschiedlich negativer Ereignisse, die im Leben von Menschen stattfinden können, darunter auch solche, die im Rahmen des Alltagslebens oft als völlig normal angesehen werden. Seine Arbeit liefert nicht nur einen Schlüssel zur Transformation von Traumata, sondern verspricht außerdem, der Sicht des Lebens eine positivere Orientierung zu geben.

Siegel Dan

Dr. Daniel J. Siegel ist ein klinischer Professor für Psychiatrie an der School of Medicine der University of California, Los Angeles (UCLA) und Gründer des Mindsight Institute. Er ist ein international anerkannter Autor, Pädagoge und Experte für die Bereiche psychische Gesundheit und die Entwicklung des Gehirns.

Wichtigste Arbeiten und Erkenntnisse:

Dr. Siegel ist der Begründer der Interpersonellen Neurobiologie (IPNB). Dieser Ansatz verbindet Erkenntnisse aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und verbindet Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Psychologie, Bindungstheorie, Komplexitätstheorie und Evolutionsbiologie, um zu verstehen, wie das Gehirn, der Geist und unsere Beziehungen sich gegenseitig formen und die menschliche Entwicklung prägen.

die zentralen Konzepte sind:

  • Die drei Säulen des Wohlbefindens: Siegel postuliert, dass psychische Gesundheit auf drei Säulen beruht: Gehirn (die physische Struktur), Subjektivität (wie Gedanken und Gefühle und subjektive Erfahrung) und Beziehungen (die Interaktion mit anderen). Diese drei Elemente beeinflussen sich ständig.

  • Achtsamkeit (Mindsight): Dies beschreibt die Fähigkeit, den eigenen Geist und den Geist anderer wahrzunehmen. Siegel sieht es als eine erlernbare Fähigkeit, die für emotionales und soziales Wohlbefinden entscheidend ist. Es ist die Grundlage für Empathie, Selbsterkenntnis und eine gesunde Selbstregulation.

Dr. Dan Siegel ist ein Pionier, der eine Brücke zwischen der Wissenschaft der Neurologie und der Erfahrung der menschlichen Psyche und Beziehungen geschlagen hat. Seine Arbeit hat die Art und Weise, wie wir über psychische Gesundheit denken, maßgeblich beeinflusst.

Bekannteste Veröffentlichungen und Bücher

  • „Mindsight: Die neue Wissenschaft der persönlichen Transformation“ (2010): Hier stellt er das Konzept des Mindsight vor und zeigt, wie es zur Heilung und persönlichen Entwicklung genutzt werden kann.

  • Das Ganze-Gehirn-Kind: 12 revolutionäre Strategien, die die Entwicklung Ihres Kindes fördern“ (2011, mit Tina Payne Bryson): Ein praktischer Ratgeber für Eltern, der auf neurobiologischen Erkenntnissen basiert.

  • „Achtsame Therapie: Eine Anleitung zur Praxis und Theorie der Interpersonellen Neurobiologie“ (2010)

  • „Stürmische Zeiten: Die besondere Kraft der Jugend – wie wir Teenager verstehen und begleiten können“ (2014)

  • „Aware: The Science and Practice of Presence“ (2018): Eine tiefgehende Untersuchung der Wissenschaft und Praxis von Bewusstsein und Achtsamkeit.

Dan Siegel in Beiträgen

Stekovic Slaven

ist ein österreichischer Molekularbiologe, Bestsellerautor und Unternehmer, der sich intensiv mit der Altersforschung beschäftigt. Seine Arbeit konzentriert sich darauf, die Regenerationskräfte des Körpers zu aktivieren, um den Alterungsprozess zu verlangsamen und die Gesundheit zu fördern. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Slaven Stekovic dafür bekannt ist, komplexe wissenschaftliche Themen der Altersforschung verständlich aufzubereiten und praktische Anleitungen für ein gesünderes und längeres Leben zu geben.

Wissenschaftliche Arbeit: Stekovic forscht primär im Bereich des Alterns und der Zellregeneration. Sein bekanntestes Konzept ist der "Jungzelleneffekt". Dahinter steht die wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Körper über Selbstheilungs- und Regenerationskräfte verfügt, die durch gezielte Maßnahmen wie Ernährung und Bewegung reaktiviert werden können.

Bücher: Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, die seine wissenschaftlichen Erkenntnisse für ein breites Publikum zugänglich machen.

  • "Der Jungzelleneffekt": Sein populärstes Werk, in dem er erklärt, wie man die Regenerationskraft des Körpers aktiviert, um länger jung und gesund zu bleiben.

  • "Lebensmotor Bewegung": Ein weiteres Buch, das die Bedeutung von Bewegung für die zelluläre Gesundheit und Langlebigkeit hervorhebt.

Slaven Stekovic ist nicht nur Wissenschaftler und Autor, sondern auch erfolgreicher Unternehmer. Er hat in verschiedenen Branchen Unternehmen aufgebaut und unterstützt.

  • Multidisziplinärer Wissenschaftler: Stekovic hat sich als vielseitiger Forscher, vor allem in der Molekularbilogie einen Namen gemacht.

  • Unternehmerische Tätigkeiten: Aktuell ist er Präsident und Chief Operating Officer (COO) bei Multiomic Health, einem Unternehmen das mithilfe von künstlicher Intelligenz an der Entwicklung von Therapien forscht.

  • Fokus auf Langlebigkeit: Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist die "Longevity" – also die Wissenschaft von einem langen und gesunden Leben.

Stekovic in Beiträgen

Spolin Viola

Viola Spolin (1906–1994) war eine amerikanische Theaterpädagogin, Regisseurin und die Schöpferin der sogenannten "Theater Games". Sie gilt als die Mutter des modernen Improvisationstheaters, und ihre Arbeit hat Generationen von Schauspielern, Regisseuren und Lehrern beeinflusst.

Ihre Karriere begann in den 1930er Jahren, als Sozialarbeiterin für das WPA-Projekt in Chicago mit Kindern aus Einwandererfamilien. Um Sprach- und Kulturbarrieren zu überwinden, entwickelte sie spielerische Übungen, die auf nonverbaler Kommunikation, Intuition und Spontaneität basierten. Diese Übungen wurden zur Grundlage ihrer Theater Games. Viola Spolin trainierte die ersten Ensembles mit ihren Methoden und legte damit den Grundstein für den Erfolg des modernen Improvisationstheaters, aus dem Stars wie Alan Arkin, Bill Murray und Tina Fey hervorgingen.

Spolins Philosophie basiert auf einigen einfachen, aber revolutionären Ideen:

Spiel als Lernmethode: Sie war überzeugt, dass das Spiel der Schlüssel ist, um Kreativität, Spontaneität und Intuition freizusetzen. Durch das Spiel können Menschen Hemmungen abbauen und authentisch agieren.

Fokus auf den Moment: Ihre Übungen zielen darauf ab, sich vollständig im "Hier und Jetzt" zu verankern. Anstatt zu denken oder zu planen, sollen die Spieler auf den Moment reagieren.

Jeder kann improvisieren: Spolin glaubte, dass jeder Mensch die angeborene Fähigkeit zur Spontaneität und Improvisation besitzt. Ihre Spiele sind dazu da, diese Fähigkeit wiederzuentdecken.

Team-play statt Wettbewerb: Die Theater Games fördern das Gruppengefühl, das gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit. Das Ensemble ist wichtiger als die Leistung des Einzelnen

Spolin in Beiträgen

Taylor Jill Bolte

Dr. Jill Bolte Taylor ist eine US-amerikanische Neuroanatomin und Autorin. Sie ist mit der Harvard University und der Indiana University School of Medicine verbunden und engagiert sich als Sprecherin für das National Alliance on Mental Illness (NAMI).

Wissenschaftliche Arbeit und persönliche Erfahrung

Ihre internationale Bekanntheit gründet sich auf ein außergewöhnliches Ereignis: Am 10. Dezember 1996 erlitt sie im Alter von 37 Jahren einen schweren Schlaganfall. Eine arteriovenöse Malformation (AVM) führte zu einer massiven Blutung in ihrer linken Gehirnhälfte.

Als ausgebildete Gehirnforscherin war sie in der einzigartigen Lage, ihren eigenen Schlaganfall aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu beobachten, während die Funktionen ihrer linken Hemisphäre – zuständig für Sprache, logisches Denken und die Wahrnehmung des Ichs (Ego) – schrittweise ausfielen. Gleichzeitig erlebte sie die Welt ausschließlich durch ihre rechte Gehirnhälfte, was sie als einen Zustand tiefen Friedens, der Verbundenheit mit allem und der Präsenz im Hier und Jetzt beschreibt. Ihre Genesung dauerte acht Jahre und gab ihr tiefe Einblicke in die Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren und zu heilen.

Kernaussagen und Wirkung

Taylors zentrale Botschaft ist die Unterscheidung zwischen den funktionalen Charakteren der beiden Gehirnhälften und die bewusste Wahl, die wir treffen können, um uns in den Schaltkreisen der einen oder anderen Hemisphäre aufzuhalten.

Linke Hemisphäre: Analytisch, linear, sprachbasiert, detailorientiert und für das Ego-Bewusstsein (die Trennung von sich und der Welt) verantwortlich.

Rechte Hemisphäre: Ganzheitlich, nonverbal, kreativ, im gegenwärtigen Moment verankert und für das Gefühl der Verbundenheit zuständig.

Ihr TED-Talk „My Stroke of Insight“ aus dem Jahr 2008 wurde zu einem der meistgesehenen TED-Talks aller Zeiten und machte ihre Geschichte einem globalen Publikum bekannt. Sie argumentiert, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, bewusst aus dem „Lärm“ des linken Gehirns auszusteigen und den friedvollen Zustand des rechten Gehirns zu kultivieren.

Bekannt wurde in diesem Zusammenhang ihre „90-Sekunden-Regel“, die besagt, dass die rein physiologische Reaktion auf ein Gefühl (wie Wut oder Angst) nur etwa 90 Sekunden andauert. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine bewusste Entscheidung, in diesem emotionalen Kreislauf zu verweilen.

Wichtige Veröffentlichungen

My Stroke of Insight: A Brain Scientist's Personal Journey (2006) (dt. Mit einem Schlag: Wie eine Hirnforscherin durch ihren Schlaganfall neue Dimensionen des Bewusstseins entdeckt): In diesem Bestseller beschreibt sie detailliert ihre Erfahrung des Schlaganfalls, ihre Wahrnehmungen währenddessen und ihren langen Weg der Genesung.

Whole Brain Living: The Anatomy of Choice and the Four Characters That Drive Our Lives (2021): Hier erweitert sie ihre Ideen und stellt ein Modell von „vier Charakteren“ vor, die in den vier Hauptmodulen des Gehirns (zwei kognitive, zwei emotionale) angesiedelt sind. Das Buch dient als praktische Anleitung, um diese vier Charaktere zu verstehen und harmonisch zusammenarbeiten zu lassen.

J.B. Talyor in Beiträgen

van der Kolk Bessel

ist ein niederländischer Psychiater, der heute in den USA lebt und arbeitet. Er ist Professor für Psychiatrie an der Boston University School of Medicine und Gründer des Trauma Center in Brookline, Massachusetts, wo er seit Jahrzehnten forscht und Menschen behandelt.

Stell dir vor, dein Körper hat ein Gedächtnis, das auch dann nicht vergisst, wenn dein Kopf es versucht. Das ist die Kernaussage von van der Kolk, einem Pionier der Traumaforschung. Er hat gezeigt, dass traumatische Erlebnisse tief im Körper gespeichert werden und körperliche Symptome verursachen.

  • Wichtigste Erkenntnis: Trauma ist nicht nur eine psychische, sondern auch eine körperliche Erfahrung.

  • Bekanntestes Buch: „The Body Keeps the Score“ (deutscher Titel: „Verkörperter Schrecken“).

van der Kolk in Beiträgen